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fürs Leben

Ingrid Holenweger hat Tourismus im Blut. Seit 37 Jahren arbeitet sie bei Hotelplan Suisse und kann auf eine eindrückliche Karriere zurückblicken.

Ein bisschen gestutzt hat Ingrid Holenweger schon, als eines morgens in Togo zwei Schweizer Gäste und ein Hotelangestellter mit einer Python in den Händen vor ihrem Bungalow standen. Sie hatten die Schlange in einem Busch der Hotelanlage gefunden und fürchteten nun, dass sie nach ihrer Entdeckung getötet und zu einer Ledertasche verarbeitet würde. «Sie kennen ja sicher ein Tierheim oder so», hatten die tierliebenden Gäste zu Holenweger, die damals ihre Reiseleiterin war, gesagt. Sie kannte tatsächlich jemanden; einen ansässigen Franzosen, der in Lomé eine Art Kleinzoo hatte. Doch der gute Mann konnte die Schlange erst in zwei Tagen abholen. Also erklärte sich die Reiseleiterin bereit, die Python so lange in Sicherheit zu bringen – in einem grossen Vogelkäfig, den sie im Garten hatte. «Am nächsten Morgen war das Tier dennoch verschwunden», erzählt Holenweger.

Jahrelang im Ausland zu Hause

Ingrid Holenweger hat viele Anekdoten auf Lager. Von Reisenden, die auf Gran Canaria am Buffet Kartoffelstock und Schmorbraten wünschten, von verlorenen Koffern und Gruppen, die nur aus Honeymoonern bestanden. Sie sitzt am Hauptsitz von Hotelplan Suisse in Glattbrugg und erzählt von ihrer langen Karriere. Eine Bilderbuch-Karriere: 1981 fing sie bei Hotelplan als Reiseleiterin an, heute ist sie Manager Training & HR Development. «Ich bin für das interne Kursprogramm verantwortlich, berate und betreue unsere Mitarbeitenden, wenn sie eine Weiterbildung absolvieren wollen. Ausserdem unterstütze ich Teams oder Einzelpersonen mit Coachings», erklärt sie. In den vielen Jahren hat sie bei Hotelplan Suisse mehrere Abteilungen durchlaufen. «Meist etwa in einem Sieben-Jahre-Rhythmus.» In der ersten dieser Epochen war sie permanent im Ausland. Als Reiseleiterin lebte sie mehrere Monate auf Gran Canaria, Kos, Kreta und in Togo. Die nächsten Stationen waren Sri Lanka, Thailand sowie Mauritius. Danach begleitete sie Gruppen von der Schweiz aus nach China, Tibet, Südafrika, Guatemala, Mexiko und manchmal sogar auf Weltreisen. Sie war ständig unterwegs, ständig mit fremden Menschen zusammen, ständig in neuen Hotels. «Ich fand das spannend und aufregend. Es hat mir Energie gegeben», erzählt sie.

Südafrika nach dem Apartheid-Regime

Als sie nach Jahren der Wanderschaft dann aber doch das Bedürfnis verspürte, sesshaft zu werden und ein richtiges Zuhause zu haben, wurde sie Product Manager (PM) für den Indischen Ozean und Afrika. «Ich war am Ruder, als wir in Südafrika nach dem Apartheid-Regime wieder sanft loslegten. Und Hotelplan war der einzige Veranstalter, der das kleine westafrikanische Land Togo im Programm hatte. Das war schon alles sehr spannend», blickt sie zurück. Nach mehreren Jahren als PM übernahm sie die Leitung der Reiseleiter und Airport Ground Hostessen. Auf einen Schlag war Holenweger Chefin von 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. «Die Aufgabe verlangte vor allem logistische Fähigkeiten und psychologisches Feingefühl», fasst Holenweger zusammen. Später machte sie zwei Jahre lang einen Abstecher in den Tour-Operating-Support und kam schliesslich an ihrer jetzigen Stelle an. Zwischendurch erlangte sie ein Wirtschaftsdiplom, absolvierte eine Ausbildung zur HR-Leiterin, machte den Fachausweis zur Ausbilderin und eine Weiterbildung zum Coach.

Es hat sich viel verändert in all diesen Jahren. «Am meisten wohl das Tempo», sagt Holenweger. «Früher haben die Reiseleiter noch Infococktails veranstaltet, wobei dazu alle Gäste in den verschiedenen Hotels abgeholt wurden.» Heute sei dies anders, die Kunden informieren sich selber vor Ort oder übers Internet. Überhaupt sind Reisende heute sehr gut informiert. «Der Fokus liegt stärker auf den individuellen Wünschen des Kunden, die wir erfüllen wollen.» Die Reisebranche durchlebt seit Jahren einen starken Wandel wodurch sich die Organisation und die Arbeitsweise sehr verändert haben. «Der Druck ist gestiegen, neu kann ich jederzeit und sofort ein Produkt auf sämtlichen Kanälen buchen.» Hotelplan Suisse ist mit diesen Aufgaben gewachsen, auch personell. Holenweger sagt: «Ich gehöre nicht zu den Menschen, die früher alles besser fanden, ich schaue gerne vorwärts.»

Mit einer Prise Leichtigkeit

Obwohl Ingrid Holenweger sich in ihrer Karriere immer mehr von den Destinationen entfernte und näher an den Büroalltag kam, ist ihr Reisefieber nie abgekühlt. «Ich habe mein Ferienguthaben mit unbezahlten Ferien aufgestockt», sagt sie und lacht. Reisen sei wichtig, «es hält den Geist offen und es bildet.» Die nächsten geplanten Reisen führen sie nach Costa Rica und Myanmar. «Nach Botswana möchte ich auch unbedingt nochmal.» Einmal im Jahr macht sie Veloferien in Europa mit ihrer Schwester, die auch in der Reisebranche tätig ist. Ihr Bruder arbeitete viele Jahre in einem Hotel in Hongkong. Wurde da ein Tourismus-Gen vererbt? «Meine Eltern sind nicht viel gereist. Obwohl: Meine Mutter hatte als junge Frau einen Vertrag unterschrieben, um als Mitarbeiterin bei Albert Schweitzer in Afrika zu arbeiten. Sie konnte aber aus familiären Gründen schliesslich nicht abreisen.»

Die Leidenschaft für das Reisen verbinde auch bei Hotelplan Suisse stark, ist sich Holenweger sicher. «Die Mitarbeitenden bei uns sind dienstleistungsorientiert und haben die Servicequalität im Kopf. Vor allem aber sind sie gegenüber Veränderungen offen, interessieren sich für fremde Kulturen, haben Humor und gehen mit einer Prise Leichtigkeit durchs Leben.» Durch ihre aktuelle Tätigkeit als Manager Training & Personalentwicklung kommt sie mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den verschiedensten Abteilungen in Kontakt. Sie könne sich keine andere Branche vorstellen, sagt Holenweger. Und: «Nie hätte ich gedacht, dass ich so lange bei einem Arbeitgeber arbeite, aber Hotelplan Suisse ist eine tolle Firma. Ich erhielt immer die Möglichkeit, mich beruflich zu verändern und weiterzuentwickeln.» DKO

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