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Heisse Liebe

für scharfe Aromen

Thaimarkt Frau

Thailands Street-Food zählt zum besten der Welt. Die Garküchen beglücken Touristen und Einheimische mit authentischer Küche.

In der Sampeng Lane, einer ewig langen, schmalen Gasse und seit jeher Pulsader von Bangkoks Chinatown, brodelt duftet und dampft es aus den Töpfen. Zwischen den vielen Menschen sind immer wieder Tiere zu sehen, die hier auf den Tellern landen. Ein junger Mann betritt mit einer lebenden Schlange um den Hals ein Lokal, um sich und seinen Freunden die Delikatesse frisch zubereiten zu lassen. An einer mobilen Kochstation häufen sich gegrillte Heuschrecken. Und in den Apotheken rätselt der Besucher über in Gläsern ausgestellte Seepferdchen. Wang, der chinesische Apotheker der «Bird’s Nest Farmacy» in der Yaowarat Road erklärt: «Man legt sie zwei Wochen in Alkohol ein und isst sie dann, um Nierenprobleme zu lindern.»

Bangkoks Chinatown ist ein heilloses Gewirr aus Läden und Buden. Die Einheimischen gleiten mit asiatischer Geschmeidigkeit aneinander vorbei, manövrieren geschickt durch die zahlreichen Essensstände, um die für sie perfekte Garküche zu finden. Diese Strassenküchen bieten schliesslich fast alles, was man irgendwie essen kann. Vom einfachen und schmackhaften Nudelgericht Pad Thai oder einem Khao Phat Gung, gebratenem Reis mit Shrimps und Gemüse, über Fisch, Fleisch und Huhn bis zu Delikatessen wie Hummer und Langusten oder eben ganz Exotischem wie Schlange oder Heuschrecken. Die Auswahl an Street Food in Bangkoks Chinatown ist immens. In der Regel findet sich eine solche Reichhaltigkeit aber auch auf den Nachtmärkten wie etwa in Hua Hin oder Chiang Mai. Und auch im fünften und sechsten Stock des Einkaufscenters «MBK» in der Silom-Gegend in Bangkok finden Gäste nach einem ausgedehnten Shopping-Tag alles, was ihr Magen begehrt.

Einfache Mittel, perfekter Geschmack

Aber nicht nur die Vielfalt, auch die Qualität stimmt. Bangkoks Street Food gehört zum Besten, was weltweit von den Köchen der Strassenküchen aufgetischt wird, zwar meist auf einfachen Minischemeln und kleinen Tischen, aber perfekt im Geschmack und vor allem immer sauber, auch wenn die direkte Umgebung anderes vermuten lässt. Off the Records geben sogar die Starköche der Stadt zu, dass sie traditionelle Thai-Gerichte nicht besser zubereiten können, sondern dass ihnen nur bessere und teurere Rohprodukte zur Verfügung stehen, etwa Rind und Lamm aus Australien oder die geschmackvolleren Kaltwasserfische.

Kein Wunder also, waren die Reaktionen heftig, als kürzlich aus thailändischen Regierungskreisen verlautbart wurde, dass man Strassenküchen im Lauf der nächsten Jahre verbieten wolle. Anbieter bekämen nur noch Konzessionen für in dafür ausgewiesenen klimatisierten Food-Centern, hiess es, und das Drunter und Drüber an und um die Food-Stalls werde so nicht mehr geduldet. Ein einhelliger Aufschrei der Bevölkerung schallte durchs Land. Die Bangkok Metropolitan Administration relativierte schnell: «Wir verbannen unser Street Food nicht. Die Khao San Road und Chinatown mit ihren Garküchen sind Touristenanziehungspunkte erster Klasse. Aber wir werden künftig vermehrt darauf achten, dass die für Restaurants geltenden Hygiene-Standards auch in den Strassenküchen eingehalten werden.»

Gesunder Schnellimbiss

Die thailändische Küche gehört zu den besten der Welt und das Verbannen der Strassenküchen käme dem Verlust einer grossartigen Esskultur gleich. Auch Geringverdiener essen gut und gerne auf der Strasse. Thai-Food ist nicht nur aromatisch und scharf, sondern auch gesund und kalorienarm sowie leicht und sehr bekömmlich. Kurze, vitaminschonende Garzeiten werden bevorzugt und mit Fett und Salz wird sparsam umgegangen. Zutaten wie Galgant, Kaffir-Limette oder Zitronengras haben zudem medizinische Wirkung. Kaum ein anderes Land hat weniger Krebsfälle zu verzeichnen. Und wer sich in Thailand schon einmal ausgiebig durch die siamesische Küche geschlemmt hat, weiss, dass man trotz des vielen Essens nicht zunimmt. Man sagt, die Thais würden, wenn sie nicht gerade essen, zumindest ans Essen denken. Die eine Hälfte kocht, die andere isst. Gegessen wird immer und überall, zu jeder Tagesund Nachtzeit, im Feinschmeckerrestaurant und an der Bordsteinkante. Selbst im allerletzten Winkel des Königsreichs ist zumindest eine Garküche zu finden. Und bestellen kann man um zwölf Uhr mittags ebenso wie um vier Uhr morgens. Viele Garküchen in Bangkok und die kleinen Lokale an den Busbahnhöfen haben meist sogar einen 24-Stunden-Betrieb, sind aber in der Qualität nicht schlechter als andere Restaurants. In Thailand kann man für zwei Franken ebenso gut essen wie für zehn oder hundert. Den Mut, nicht nur in guten Hotelrestaurants zu speisen, sondern auch einmal auf einem der kleinen Hocker an der Strasse zu bestellen, sollte man sich unbedingt nehmen. Wer sich einmal an Street Food gewagt hat, greift immer wieder auf diese hervorragende Art von Fast Food zurück.

Kritischer Gast beim Sonnenkönig

Schon im 14. Jahrhundert berichtete ein französischer Abgesandter des Hofs: «Ein Siamese bereitet stets sehr gute Mahlzeiten zu.» Umgekehrt befand ein Abgesandter des thailändischen Königshauses, der zu Gast am Hofe Ludwigs XIV. weilte: «Nur der Wein hilft, dem Essen Geschmack zu geben. Es gibt wenige Gewürze und der Reiz der Fülle tritt an die Stelle pikanter Bekömmlichkeit.» Thailändische Restaurants sind in den vergangenen 15 Jahren fast aus dem Nichts zu den beliebtesten exotischen Küchen in Europa aufgestiegen. Das Schöne: Schnabuliert wird grundsätzlich, was schmeckt, sowie nach Lust und Laune. Meist kommen die Köstlichkeiten gleichzeitig auf den Tisch und jeder kann sein persönliches Menü zusammenstellen: Das süss-sauer gebratene Gemüse löscht ein wenig die Schärfe des Hühner-Currys, der Barsch in Kräutern rundet mit etwas Salzgeschmack ab, das Rind mit Knoblauch. Dazwischen schlürft man gern vom Garnelen- Süppchen Tom Yang Gung, eine Art Nationalsuppe in Thailand. Nur das Dessert wird auch im Königreich erst nach dem Hauptgang serviert: frisches Obst oder raffinierte Süssspeisen wie Mango Sticky Rice, ein Traum aus frischen, saftigen Mangos, Kokosnussmilch und Klebreis. Da denkt man selbst als Ausländer bald schon ans nächste Essen. JMÜ

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Globus-Foodscout Richard Kägi empfiehlt

Reise ich nach Bangkok – und das tue ich regelmässig – freue ich mich immer ganz besonders auf Street Food. Das ist aber nicht jedermanns Sache. Robuste, über Jahrzehnte gestählte Magen- Konstitution ist da Voraussetzung. Natürlich esse ich immer auch in meinen Lieblingsrestaurants, darunter das Nahm, für mich das beste Thai-Restaurant der Welt. Der Australier David Thompson befasst sich seit Jahrzehnten so intensiv mit dieser finessenreichen und höchst aromatischen Küche wie niemand anders. Sein Wissen um Ingredienzien und uralte Rezepte und Kochtechniken ist legendär. Auf keinen Fall auslassen! Zudem ist es in einem der besten Hotels Bangkoks untergebracht, dem COMO Metropolitan. Auf beinahe derselben Stufe qualifiziere ich das Paste und das Bo.Lan. Beiden Lokalen ist gemein – wie auch beim Nahm – dass zwar ungemein aufwändig und nur mit den allerbesten Zutaten gekocht wird, Basis sind aber immer die klassischen, teilweise uralten Rezepte der kaiserlichen Thai-Küche. Moderne Kreativität wie Molekular-Kochen und dergleichen Schnick-Schnack hat in diesen Lokalen nichts verloren. Zum Glück. Übrigens, die Cocktails im Paste sind von einem anderen Stern, don’t miss it!

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  1. Andy, 16. September 2017

    Super Blog. Geniale Infos. Ich freue mich auf die nächste Reise mit Euch.

    • HIN & WEG
      HIN & WEG, 20. September 2017

      Hallo Andy
      Vielen Dank für das Kompliment. Wir hoffen Du findest hier viele Inspirationen für deine nächsten Reisen mit uns.

  2. Malin, 13. September 2017

    <3

  3. Malin, 13. September 2017

    Mega coool:-) De neui Reiseblog gfallt mir grundsätzlich mega, ich mega schön gstaltet!

    • HIN & WEG
      HIN & WEG, 20. September 2017

      Vielen Dank für das Kompliment, wir wünschen Dir viel Spass beim Lesen der Reisegeschichten. Es folgen laufend neue Beiträge.

    • HIN & WEG
      HIN & WEG, 20. September 2017

      👍 Danke!

  4. Karin Mangold, 11. September 2017

    👍🏿👍🏿👍🏿☀️🤗

    • HIN & WEG
      HIN & WEG, 13. September 2017

      Liebe Frau Mangold, es freut uns sehr, dass Ihnen der Artikel zu Thailands Streetfood gefällt.