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Kambodschas

Wald braunehauser

Kambodscha ist eine vielseitige Reisedestination und reich an kulturellen Schätzen, zählt aber zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Verein Smiling Gecko des bekannten Schweizer Fotografen Hannes Schmid bietet vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe – und empfängt auch Gäste.

Es waren vor allem die Kinder, die Hannes Schmids Gedanken nicht mehr losgelassen haben. All diese jungen, kleinen Menschen, die in den Strassen von Phnom Penh leben – die nachts Ratten jagen, bevor sie sich in schäbigen Hütten am Stadtrand schlafen legen, und die tagsüber versuchen, das Fleisch zu verkaufen, statt die Schule zu besuchen. Kambodscha ist eines der ärmsten Länder der Welt. Der Vietnamkrieg und die Schreckensherrschaft der Roten Khmer haben tiefe Spuren hinterlassen.

Der bekannte Schweizer Fotokünstler Hannes Schmid konnte das Schicksal der armen Bevölkerungsschichten von Kambodscha nicht länger hinnehmen, ohne zu handeln. Zusammen mit dem Rechtsanwalt Dominique Rütimann hat er darum 2012 Smiling Gecko ins Leben gerufen, einen gemeinnützigen Verein nach Schweizer Recht. Der Grundgedanke ist dabei, im südostasiatischen Land Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Das Konzept ist jedoch anders aufgebaut als bei klassischen Hilfsorganisationen, nämlich als sogenanntes Cluster-Projekt mit sechs Säulen. Der Kern sozusagen, eine erste Säule, ist ein Farmerdorf. Der Verein hat dafür 80 Kilometer nördlich von Phnom Penh rund 110 Hektaren Land erworben und darauf eine kleine Siedlung mit allem, was dazugehört, gebaut. Zwölf ausgewählte Familien aus den Slums haben so ein neues Zuhause sowie die Grundlagen erhalten, um einen landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen. Eine zweite Säule ist die Laborschule auf dem Areal, welche die Kinder und Jugendlichen nach einem dualen Bildungssystem wie in der Schweiz auf ein selbständiges Leben vorbereiten will. Der dritte Pfeiler ist eine Schreinerei, in der zurzeit 30 junge Kambodschaner arbeiten oder eine Lehre machen. Mit der Schreinerei werden die Instandhaltungskosten des Dorfes gesenkt, zudem sollen in Zukunft auch Aufträge von Aussen entgegengenommen werden. Ähnlich funktioniert die vierte Säule, ein Campus für weitere Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Hierfür, und auch für das gesamte Projekt, arbeitet Smiling Gecko mit renommierten Unternehmen zusammen, unter anderem ist auch die ETH ein Partner. Der fünfte Punkt ist ein Guesthouse mit Restaurant, in dem ausländische Reisende oder Besucher einen angenehmen und abwechslungsreichen Aufenthalt geniessen können.

Travelhouse unterstützt Smiling Gecko

Travelhouse hat das Smiling Gecko Guesthouse seit vergangenem Jahr im Katalog und organisiert für Kunden den Aufenthalt im Village. Besucher können dort aus nächster Nähe erfahren, wie die NGO aufgebaut ist und wie sie den Menschen direkt hilft. Zudem verschafft ein Aufenthalt einen spannenden Einblick in das Leben auf dem Land. Mitten im Grün, mit Swimmingpool, Yoga-Shala und einem Massagecenter ist der Komfort hoch und es lässt sich gut auch ein paar Tage ausspannen. Die Hügel in der Umgebung locken für kleine Wanderungen. Denn trotz Armut, trotz sozialen Problemen und bedrückender Vergangenheit ist Kambodscha ein wunderschönes Reiseland mit bezaubernden Landschaften und einer sehr reichen Kultur, allen voran mit der unvergleichlichen Tempelanlage Angkor Wat. Sich jedoch nur auf diesen kleinen Teil des Landes einzulassen, wäre schade. Erst Ausflüge auf das Land wie zu Smiling Gecko verschaffen einen Einblick in den Alltag der meisten Menschen Kambodschas.

Der Verein wird von Travelhouse nicht nur mit Gästen, sondern auch direkt monetär unterstützt, wie Michèle Hungerbühler, Verantwortliche Nachhaltigkeit Hotelplan Suisse, erklärt: «Für jede Buchung einer der beiden Kambodscha-Rundreisen ‹Geheimnisvolles Angkor› oder ‹Der Klassiker› mit Travelhouse spenden wir zehn Franken.» Travelhouse arbeitet seit 2016 mit Smiling Gecko zusammen. «Weil uns das Konzept überzeugt», sagt Hungerbühler. «Es ist ganzheitlich ausgerichtet. Die Hilfe kommt nicht ausschliesslich Kindern, sondern ganzen Familien, einer ganzen Gemeinschaft zugute. Das Ziel ist immer, dass die Menschen einen Weg aus der Armut finden, ein selbständiges Leben führen und sich eine Existenz aufbauen können. So wie sich auch das Dorf bald selbst finanzieren soll.»

Neben dem Hilfswerk in Kambodscha unterstützt der Reiseveranstalter ausserdem den Verein Friends of African Wildlife sowie die Meeresschutz-Organisation OceanCare und setzt sich weiter für die Umwelt und Natur ein. Während die beiden bereits fest etabliert sind und seit einigen Jahren unterstützt werden, ist Smiling Gecko noch im Aufbau. An Ideen mangelt es den Verantwortlichen nicht.

Faire Textilproduktion

Die Textilproduktion beispielsweise ist ein weiteres Thema, das Schmid und sein Team angehen wollen, es ist die sechste Säule des Cluster-Projektes. Die Textilindustrie stellt rund 80 Prozent der Exporte aus dem Land. Ein grosser Wirtschaftszweig, von dem aber die Arbeiterinnen in den Fabriken nicht profitieren. Im Gegenteil, sie bekommen kaum Lohn und arbeiten unter katastrophalen Bedingungen. Smiling Gecko will jungen Kambodschanern eine systematische Ausbildung in der Bekleidungsindustrie ermöglichen, um sie zu qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu machen – in einer eigenen, nachhaltigen Textilproduktion. Nicht zuletzt stehen damit den Jugendlichen, welche die Dorfschule besucht haben, Lehrstellen zur Verfügung. Sie und viele andere im Land, die hart arbeiten und trotzdem in Armut leben, bekommen so eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben. SSC

Das Smiling-Gecko-Prinzip

Smiling Gecko verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensumstände in einer Gesellschaft führt. Seit dem Start des Clusterprojektes 2014 konnten in den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus, Handwerk und Schule viele Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen werden. Bis 2025 werden weitere Projekte im Bereich Industrie und Handwerk folgen. Durch die ökonomische Ausrichtung der Projekte tragen sich diese selbst und finanzieren die Ausbildung der Kinder. Dadurch entsteht das exemplarische Modell einer funktionierenden, ländlichen Gemeinschaft.

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