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Reiseberater als Botschafter

für Delphine

Die Schweizer Organisation OceanCare setzt sich auf der ganzen Welt für den Schutz der Meere ein. Hotelplan Suisse verstärkt die Zusammenarbeit mit der NGO und richtet den Fokus 2018 auf Aufklärung und Sensibilisierung.

Es ist für viele Menschen der grösste Traum überhaupt: Einmal im Leben Walen oder Delphinen hautnah zu begegnen. Mit den intelligenten Meeressäugern in Kontakt zu treten, sie zu beobachten und sich auch von ihnen begutachten zu lassen, ist unbestritten ein unvergessliches Erlebnis. Viel zu oft wird dabei jedoch ignoriert oder nicht wahrgenommen, welch hohen Preis die Tiere dafür bezahlen. Am schlimmsten trifft es Delphine und Wale, die für solche Begegnungen in Gefangenschaft gehalten werden. Sie sorgen bei Hotelbesitzern und Vergnügungsparks für klingende Kassen. Mit dem Traum, den faszinierenden Säugern näher zu kommen, lässt sich viel Geld verdienen. Das Leid der Tiere aber ist immens. «In Freiheit legen Delphine täglich bis zu 100 Kilometer zurück und leben in hochentwickelten Familienstrukturen zusammen. Kein Becken bietet die Voraussetzungen, um diese natürlichen Verhaltensweisen aufrecht zu erhalten», sagt Silvia Frey von OceanCare. Eine artgerechte Haltung in Gefangenschaft ist unmöglich. Viele Tiere werden krank und sterben früh. Trotzdem gibt es laut OceanCare noch rund 200 Delphinarien weltweit. Um sie aufrecht zu erhalten, werden immer noch Tiere auf brutale Art und Weise in der Wildnis gefangen. Dies kann das Überleben von ganzen Populationen gefährden.

Verantwortung übernehmen

Die Schweizer Meeresschutzorganisation OceanCare setzt sich seit 1989 für den Schutz der Meere und ihrer Bewohner ein. Die NGO organisiert und führt Forschungs- und Schutzprojekte sowie Kampagnen durch, ist im Bereich Umweltbildung tätig und setzt sich in internationalen Gremien ein. Seit 2011 ist OceanCare UN-Sonderberaterin für Fragen im Meeresschutz. Neu berät die Organisation auch Hotelplan Suisse. «Wir werden in Zukunft verstärkt mit OceanCare zusammenarbeiten», sagt Michèle Hungerbühler, Verantwortliche Nachhaltigkeit beim Reiseveranstalter. Für das Jahr 2018 liegt der Fokus dieser Zusammenarbeit beim Thema Delphinarien. Immer wieder kommt es vor, dass Kunden Delphinarien besuchen möchten oder sich nach solchen erkundigen. Der Tour Operator organisiert darum zusammen mit OceanCare interne Schulungen für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. «Das Ziel dabei ist, dass unsere Mitarbeitenden die Kunden sensibilisieren und auf Wunsch Informationen abgeben können. Sie werden zum Beispiel neu einen Flyer zum Thema Delphinarien zur Hand haben», erklärt Hungerbühler. Es gehe dabei nicht um Verbote, sondern darum, Reisende kurz und kompetent auf die Probleme der Delphinhaltung aufmerksam zu machen. «Zudem werden wir solche Angebote nicht aktiv bewerben», sagt Hungerbühler.

OceanCare ist erfreut über diesen Schritt, wie Sandra Ludescher von OceanCare betont: «Wir begrüssen das Engagement von Hotelplan Suisse sehr. Es ist äusserst wichtig, dass sich die Reisebranche ihrer Verantwortung bewusst ist und ihre Kunden auf problematische Aktivitäten in den Ferien sensibilisiert. Der Besuch eines Delphinariums unterstützt eine grausame Industrie.» Wer Delphine respektiert, begegnet ihnen in freier Wildbahn im Rahmen von Forschungsexpeditionen oder verantwortungsvoll geführten Whale- und Dolphin-Watching-Touren. Verantwortungsvoll heisst, dass genügend Abstand zu den Tieren eingehalten wird, sie nicht mit Booten verfolgt oder umzingelt werden, der Motor rechtzeitig abgestellt wird und die Gäste Informationen erhalten, wie sie sich im Wasser zu verhalten haben. Die Tiere sollten zum Beispiel nicht angefasst werden.

Ein Umdenken in der Schweiz

Erste Erfolge beim Schutz von Delphinen konnte OceanCare bereits im Gründungsjahr verzeichnen: 1989 wurde der Bau eines Delphinariums im Kanton Wallis verhindert. 1998 gab der Knie’s Kinderzoo in Rapperswil die Haltung von Delphinen auf und 2012 kam es zu einem Durchbruch auf politischer Ebene: In der Schweiz ist es nun verboten, Wale und Delphine zu importieren. Seither sind Delphinarien hierzulande Geschichte. 2015 hat OceanCare zudem die Koalition Dolphinaria-Free Europe mitbegründet, der verschiedene Schutzorganisationen angehören. «In Europa ist der Trend dank intensiver Sensibilisierungsarbeit glücklicherweise rückläufi g, doch zum Beispiel im asiatischen Raum boomen die Besucherzahlen in Delphinarien», sagt Ludescher. Dass die Aufklärung der Öffentlichkeit grosse Wirkung zeigt, beweisen Vergnügungsparks in den USA. Nach zunehmender öffentlicher Kritik, auch angestossen durch den eindrücklichen Dokumentarfi lm Blackfi sh, wurde das Orca-Zuchtprogramm eingestellt. «Solche Veränderungen sind nur möglich, wenn das Bewusstsein potentieller Besucher geschärft wird. Dort setzen wir mit der Zusammenarbeit mit Hotelplan an», sagt Ludescher. SKA

> Hotelplan Suisse: Nachhaltigkeit

Die Organisation OceanCare

OceanCare setzt sich nicht nur für Delphine ein, sondern engagiert sich weltweit für den umfassenden Schutz der Meere und all seiner Bewohner. Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit der NGO besteht dabei in der Vernetzung und Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und in formellen internationalen Prozessen. Die Schweizer Organisation, seit 2011 UN-Sonderberaterin für Fragen im Meeresschutz, fördert die Entstehung internationaler Übereinkünfte, indem sie Daten aus der Forschung, aus Schutzprojekten und Umweltbildung in internationale Gremien einbringt. Wo immer möglich wird versucht, internationale Schutzbestimmungen durchzusetzen. Ein weiterer wichtiger Pfeiler ist der Einsatz gegen die zunehmende Verschmutzung der Ozeane durch Plastik und chemische Stoffe sowie gegen eine steigende Lärmbelastung.

> OceanCare

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