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Sonne, Strand

und Surfbretter

Sonne,Strand und Surfbretter

Marokko lockt von November bis März nicht nur mit milden Temperaturen und Sonnenschein. An der Küste rollen auch genau jene Wellen an, für die Surfer am Morgen gerne früh aufstehen. Vor allem Taghazout hat sich zu einem Hotspot für Wellenreiter und Yogis entwickelt.

Die Wellen sind schon vom Bett aus zu hören. In regelmässigen Linien nähern sie sich dem Strand, brechen an der immer gleichen Stelle in ein wildes Weiss, zeichnen eine dünne Schaumspur in den Sand und ziehen sich zurück in den Atlantik – nur um sich erneut aufzubäumen. Perfekte Bedingungen. Surfer, die an diesem Morgen in Taghazout noch verschlafen von ihrem Fenster aus auf das Meer blicken oder den «Swell» eingemummt in ihre Kapuzenpullis auf einer der vielen Dachterrassen des Städtchens checken, überlegen bei einem solchen Anblick nicht zweimal. Sie schlüpfen in ihre noch feuchten Neoprenanzüge, klemmen das Surfbrett unter den Arm und eilen barfuss durch schmale Gässchen und über den Sand zum Wasser.

Taghazout im Süden Marokkos hat sich im Winter zu einem Hotspot für Wellenreiter entwickelt. Das einstige kleine Fischerdorf rund zwanzig Kilometer nördlich von Agadir wurde in den 1990er Jahren von der Surfgemeinde und von Badegästen entdeckt. Inzwischen ist die Gemeinde angewachsen und der Tourismus weit wichtiger als die Fischerei. Doch der Charme blieb erhalten. Immer noch wirken viele Häuser des alten Kerns von aussen etwas renovierungsbedürftig, was aber gerade ihren Zauber ausmacht. In den kleinen Kaffees und Surfshops wurde bei der Infrastruktur mancherorts etwas improvisiert, was ihr einladendes Flair verstärkt. Und am Strand dominieren nicht Sonnenschirmparaden das Bild, sondern immer wieder Dromedare. Die Tiere dienen ihren Besitzern heute vor allem noch als Touristenattraktion. Den Gästen scheint es zu gefallen, sich für einen kurzen Ausritt im Sattel niederzulassen und ein bisschen Wüstenflair und Beduinenfeeling zu schnuppern.

Authentisch und exotisch

Es ist die Exotik, die Marokko zu einer besonderen Surfdestination und einem unvergleichlichen Ferienort macht. Die Wellen sind im Winter auch auf den Kanarischen Inseln, in Frankreich oder Portugal gut, und auch das angenehm milde Klima findet man andernorts, allerdings muss man dafür meist länger fliegen. Zudem hat Marokko einen unverwechselbaren Stil und eine Authentizität, die bezaubert. Zwar fehlt in Taghazout alleine schon aufgrund seiner Grösse die eindrückliche Architektur, wie sie beispielsweise in Marrakesch oder der weissen Hafenstadt Essaouira, in der übrigens auch gesurft wird, zu finden ist. In den dortigen Medinas finden Spazierende durch schmale Gässchen zu Souks, wo Kunsthandwerk, Gewürze und Schmuck verkauft werden oder zu Cafés, auf deren Dachterrassen landestypisch Pfefferminztee getrunken wird, durch Strassen eingesäumt von unscheinbaren Hauswänden, hinter denen sich kleine Paläste verbergen. Erst wer durch die Tür eines solchen Riads tritt, bekommt den Glanz und die Schönheit der Stadthäuser zu sehen: Ihr Herz sind kühle Innenhöfe mit plätschernden Brunnen, umrahmt von offenen Veranden mit kunstvollen Laternen und Holztüren, die in die einzelnen Zimmer führen.

Auch in Taghazout gibt es Riads, aber sie sind eher privat. Dafür lässt es sich gut in die lokale Küche eintauchen. Tajine in allen Variationen wird in den Lokalen am Strand oder am kleinen Hauptplatz serviert, wo abends der Aufruf des Muezzins das Essen begleitet. Wer nach Taghazout reist, sucht eher das Meer und Wellen als Shopping und Kultur. Am Strand spielen die Kinder in grossen Gruppen Fussball, und auch im Dorf ist die Atmosphäre entspannt und locker. Die einheimischen Surfer plaudern gerne mit Besuchern aus aller Welt. Mit ihren Badeshorts und den längeren, offenen Haaren heben sie sich ab von den älteren Einwohnern, die oft noch die traditionelle Kleidung tragen. Nach dem Wellenreiten sitzen die Sportler zusammen und geniessen mit müden Muskeln, aber guten Geschichten die schönen Sonnenuntergänge. Namen von Spots wie Killers, Mystery und Hash Point fallen. Letzterer soll seine Bezeichnung erhalten haben, weil bekiffte Surfer gerne schon dort ins Wasser steigen, da sie zu müde sind, um noch nach La Source zu laufen. Der Strand in Taghazout ist für Anfänger geeignet, was man nicht von allen Brechern entlang der Küste sagen kann.

Ein Sprung ins Süsswasser

Weniger Einheimische treffen Gäste in den Yogastunden an. Dass Yoga und Wellenreiten zusammenpassen, ist bekannt. Taghazout mit seinem Hippieflair, der schönen Küste und Temperaturen, bei denen man seine Asanas fast das ganze Jahr über draussen machen kann, ist aber perfekt für Yogis. Meist wird auf einer schönen Terrasse gedehnt und gestreckt. Die Meeresbrise wirkt zusätzlich erholsam, die Aussicht alleine ist schon fast meditativ. Gut möglich also, dass auch angefressene Surfer an einem Tag ohne Wellen eine Klasse besuchen und auf den Geschmack kommen.

Auch sonst gibt es einiges zu tun, sollten die Wellen einmal zu flach ausfallen. Mit einem Mietauto lässt sich die Umgebung am besten erkunden. Der Küste entlang führt die Strasse über karge Hügel, durch kleine Siedlungen und vorbei an Gruppen von neugierigen Ziegen, immer mit Blick auf den imposanten Atlantik. Ein erster Stopp könnte Banana Village sein, auf der Karte als Aourir zu finden. Die riesigen Bananenbündel aus der Region, die hier überall vor kleinen Läden hängen oder aufliegen, sorgen mit ihrer gelben Farbe für gute Laune. Im Schatten der Arkade sitzen Männer auf Stühlen, halten einen kurzen Schwatz, lesen oder warten auf Kundschaft. Ein in der Region bekanntes Ziel ist auch Paradise Valley. Eine immer kleiner werdende Schotterstrasse führt entlang des Flusses Tamraght in das immer engere Tal. Die Kulisse gleicht einer Oase: Rötliche Felswände links und rechts, vor ihnen üppig grüne Palmen und Pflanzen, die sich entlang des Wassers, der Lebensader, in leuchtender Pracht zeigen. Weiter oben geht es nur noch zu Fuss weiter, immer dem Wasser entlang, über kleine, natürliche Brücken und mit ein paar Hüpfern von Stein zu Stein. Wo sich das Wasser sammelt, sonnen sich junge Schildkröten auf den Steinen. Unter schönen Blätterdächern gibt es immer mal wieder kleine Cafés. So ruhig, dass man sie fast nicht entdeckt.

Die Einheimischen servieren Tajine mit Zutaten aus dem eigenen Biogarten, frisch gepressten Orangensaft und Geschichten von früher, als Paradise Valley noch ein Tal der Hippies war und von mehr oder weniger bekannten Stars besucht wurde. In langen, bunten Kleidern wurde hier getanzt, musiziert, gebadet und geraucht. Je weiter man in das Tal vorrückt, desto höher werden die Felsen und desto breiter wird der Fluss. Und in grossen, natürlichen Becken findet man sie dann wieder, die Surfer. Sie geniessen hier das Süsswasser. Nicht nur mit Baden natürlich, das wäre zu langweilig. Lieber springen sie von den hohen Klippen ins kühle Nass. Ein bisschen Adrenalin muss sein. DJO

Für Surfer mit Anspruch

Wer auf Reisen Authentizität sucht und trotzdem nicht auf einen gewissen Standard verzichten möchte, wird das neue Hotel Paradis Plage bei Taghazout mögen. Direkt am fünf Kilometer langen Sandstrand gelegen, bieten alle Suiten, Bungalows und Villen Sicht auf den Atlantik. Surfer müssen sich aber nicht selber informieren, wie der Swell wird, das übernimmt die hauseigene Surfschule. Das Team kennt die besten Spots und bringt sowohl Anfänger als auch geübte Wellenreiter an den für sie perfekten Strand. Auch Yoga-Fans sind im Resort bestens aufgehoben. In der drei Hektar grossen Anlage finden sich viele schöne, ruhige Plätzchen, am schönsten ist die Yogastunde aber am Meer. Die interne Schule bietet verschiedene Yogaarten an. Müde Muskeln können im schönen Spa wieder gelockert werden. Vom Hamam über Hydro-Massage bis zu verschiedenen Behandlungen auch mit lokalen Produkten steht den Gästen ein breites Angebot zur Verfügung, um rasch wieder Energie zu tanken.

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